AKUPUNKTUR
UND MOXIBUSTION

Das Wort Akupunktur ist ein lateinisches Kunstwort aus dem 16. Jahrhundert.

Es setzt sich zusammen aus den Worten ACUS – die Nadel und PUNGERE – Stechen.
Es ist die nicht ganz exakte Übersetzung des chinesischen Namens ZHEN JIU, was
so viel bedeutet wie das Nadeln und das Erwärmen, die sogenannte Moxibustion.

Philosophie und Grundlagen

Die Akupunktur ist eine mehrere Tausend Jahre alte chinesische Heilmethode. Wie alle anderen Therapieformen der traditionell chinesischen Medizin (chinesische Pharmakotherapie, Tuina, Qi Gong, Ernährungslehre) basiert sie auf den alten philosophischen Konzepten des YIN und YANG, des fließenden QI und der später entstandenen „Fünf Elemente Lehre“. QI, die im Körper fließende Lebenskraft oder Lebensenergie, steht im Zentrum dieses alten Medizinsystems.

„Nur wenn das QI harmonisch fließt, YIN und YANG im Gleichgewicht sind, ist der Mensch gesund!“

MERIDIANE sind gedachte Linien, die den Körper durchziehen. Auf ihnen finden sich, perlschnurartig aufgereiht, die AKUPUNKTURPUNKTE. Bei Reizung eines Akupunkturpunktes (mittels Nadel, Laser, Punktinfiltration oder manuell) kommt es zum „DE QI Gefühl“, was so viel bedeutet wie das „Ankommen des QI“. Dadurch wird der Meridian spürbar.

Die MOXIBUSTION oder kurz MOXABEHANDLUNG ist eine chinesische Wärmetherapie, bei der chinesischer Beifuß, Artemisia sinensis, entweder direkt auf der Akupunkturnadel abgebrannt wird oder die glosende Moxazigarre an die Nadel gehalten wird. Auch sogenannte Moxahäuschen finden in meiner Praxis Einsatz.

Geeignet ist diese wohltuende Wärmetherapie etwa für kälteempfindliche PatientInnen mit kälteabhängigen Beschwerden und kalten Extremitäten, bei allgemeinem Energiemangel, bei Verspannungen und vielen weiteren Erkrankungen. Als geruchlose Alternative zum klassischen Moxen und zudem sehr beliebt bei meinen PatientInnen sind die chinesischen WÄRMEENERGIELAMPEN. Sie erzeugen ein angenehmes Wärmegefühl, das sich oft vom Bestrahlungsort aus im ganzen Körper ausbreitet.

Anders als die westliche Medizin basiert die chinesische Medizin auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen. Ungleichgewichte werden ausgeglichen, Schmerzen reduziert, das Qi wird bewegt, die Durchblutung verbessert, das Immunsystem moduliert und der Hormonhaushalt reguliert.

Wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis

Dank moderner wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden konnte die Akupunkturwirkung in den letzten Jahren größtenteils erforscht werden.

Der Nadelreiz führt im Gehirn zu einer vermehrten Ausschüttung schmerzlindernder und stimmungsaufhellender Substanzen.
Dazu gehören Endorphine, Enkephaline und Serotonin. Mittels funktioneller Kernspintomographie lässt sich die Wirkung der
Akupunktur auf den Hirnstoffwechsel eindeutig nachweisen. So zeigt der Hirnbereich, der mit den stimulierten
Akupunkturpunkten in Verbindung steht, eine stark erhöhte Aktivität. Große wissenschaftliche Studien
belegen die Akupunkturwirkung bei einer Reihe von Erkrankungen.

Indikationen

Die WHO empfiehlt Akupunktur bei mehr als 100 Erkrankungen.

  • ERKRANKUNGEN DES VERDAUUNGSSYSTEMS

    wie Gastritis, Reizdarm, Erbrechen (auch in der Schwangerschaft und bei Chemotherapie) unterstützend bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

  • Erkrankungen der Atemwege

    wie Asthma, Bronchitis, Pollenallergie oder Erkältungsneigung

  • Gynäkologische Erkrankungen
    und Geburtshilfe

    wie Menstruationsbeschwerden, PMS, Klimakterisches Syndrom, Sterilitätsbehandlung oder Geburtsvorbereitung

  • Unterstützend bei Hauterkrankungen

    wie Neurodermitis, Herpes simplex, Akne vulgaris, Juckreiz oder schlecht heilenden Wunden

  • HNO Erkrankungen

    wie Sinusitis, Heuschnupfen, Tinnitus, Hörsturz oder Mb. Meniere

  • Unterstützend zur Gewichtsreduktion

    und Raucherentwöhnung

  • ERKRANKUNGEN DES STÜTZ- UND BEWEGUNGSAPPARATES

    Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, Ischialgien, Arthrosebeschwerden wie Gonarthrose und Coxarthrose, Schulterschmerzen, Tennisellbogen, Achillodynie, Karpaltunnelsyndrom und viele mehr

  • Neurologische Erkrankungen

    wie Kopfschmerzen, Migräne, Fazialisparese, Postzosterneuralgie, Trigeminusneuralgie oder Schwindelzustände

  • Psychische und psychosomatische Erkrankungen

    wie Erschöpfungszustände, Burn-out, Schlafstörungen, Verstimmungszustände, Unruhe- oder Angstzustände

  • Unterstützend bei Augenerkrankungen

    wie Retinopathia pigmentosa, Maculadegeneration oder Glaukom

  • Urologische Erkrankungen

    wie Reizblase, chronische Blasenentzündung oder Prostatabeschwerden

DER ABLAUF EINER AKUPUNKTURSITZUNG

Nach einem ausführlichen Erstgespräch einschließlich Puls- und Zungendiagnostik wird von mir eine chinesische Diagnose erstellt und das Behandlungskonzept festgelegt. Die Behandlungen erfolgen in entspannter, liegender Position. Das Setzen der feinen Akupunkturnadeln führt zu einem minimalen, oberflächlichen Einstichschmerz. In der Tiefe sollte das DE QI Gefühl, ein Druck- bzw. Schweregefühl, manchmal ein leichtes Kribbeln, ein Wärmegefühl, ein zartes Ziehen oder einfach nur ein fremdartiges Gefühl spürbar werden.

Nach einigen Minuten entspannt sich ihr Körper, Arme und Beine fühlen sich schwer an und Sie beginnen ein leichtes „Fließen“ zu spüren.
Die meisten meiner PatientInnen empfinden die Akupunktur als äußerst wohltuend.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 20 Minuten.

Die Anzahl der Behandlungen ist von der Schwere und Dauer der Erkrankung, aber auch von der individuellen Konstitution abhängig. Häufig tritt eine Besserung des Beschwerdebildes nach etwa 5 – 10 Behandlungen ein.

Bei ordnungsgemäßer Anwendung sind Komplikationen äußerst selten. Vereinzelt kann es zu kleinen Hämatomen (Blutergüssen) im Bereich der Einstichstelle kommen. Eine angenehme Müdigkeit nach der Behandlung ist Zeichen eines verstärkten Anspringens der körpereigenen Regulationsvorgänge.

Durch meine langjährige Erfahrung, sowie Nadelung in liegender Körperposition lassen sich Kreislaufreaktionen nahezu vollständig vermeiden.

Vergütung durch die Sozialversicherung.

Da die Akupunktur in Österreich als wissenschaftliche Heilmethode anerkannt ist, wird
sie bei passender Indikation von den Sozialversicherungen in unterschiedlichem Ausmaß rückvergütet.
Zusatzversicherungen übernehmen in der Regel 80% der Kosten. Falls erwünscht übernehme
ich gerne für Sie die Einreichung bei Ihrer Versicherung.